Oder wie Top-Talente sich um Kopf und Kragen reden können?
Der
erste Job, alles ist noch so richtig spannend und aufregend. Da wird
schon einmal gerne im Freundes- und Familienkreis über Klienten,
organisatorische Schwierigkeiten und die Macken der Vorgesetzten vom
Leder gezogen. Eigentlich verständlich - schließlich braucht jeder von
uns einen Ansprechpartner.
Karriereschädigend wird das Ganze
nur, wenn das Gesagte weite Kreise zieht, und das kann manchmal
schneller passieren als beabsichtigt. Nicht umsonst gibt es das
Sprichwort, wer zehn Personen kennt, kennt die ganze Welt. Um zu
vermeiden, dass Firmeninterna gleich in die Breite gehen, sollten auch
Top-Talente es halten wie die großen beruflichen Vorbilder. Weder Ron
Sommer noch Kai-Uwe Ricke haben nach ihrem Rausschmiss aus den
Chefsesseln nachgekartet. Warum wohl nicht? Reiner Selbstschutz bewahrt
die Manager davor, fatale und für die Zukunft unvermeidbare Fehler zu
machen. Neben sogenannten vertraglich vereinbarten
Verschwiegenheitsklauseln, die z. B. bei Nichteinhaltung auch mit
saftigen Konventionalstrafen belegt sind, ist auch die Sorge gegeben,
bei allzu großer Offenheit die Chance auf eine Abfindung zu verpassen.
Kluge Manager lassen sich daher gerne auf ein längeres Pokerspiel ein.
Sie behaupten, weiterhin für die Firma zur Verfügung zu stehen,
obgleich sie bereits in Gesprächsverhandlungen mit potentiellen
Arbeitgebern sind. Die Hoffnung auf satte Abfindungen für die
Restlaufzeit des Vertrags lassen die Manager schweigen.
Langfristig
lohnt sich eine Stillhaltetaktik. Die Welt ist klein und die der
Manager sowieso. Mangelnde Diskretion widerspricht dem Verständnis der
Führungselite. Ein Rat, den auch Jung-Manager beim Aufbau ihres
Netzwerkes berücksichtigen sollten. Damit nicht bereits zu Beginn der
Karriere viele Türen geschlossen bleiben.
Sabine Hansen ist
Principal der renommierten Personalberatung Heidrick & Struggles.
Sie hat eine Vielzahl von Suchprojekten für führende Strategie- und
Prozessberatungen sowie Technologieunternehmen erfolgreich durchgeführt
und konzentriert sich heute u.a. auf Suchen nach Managern der 1. und 2.
Führungsebene in den Industrien: Professional Services/Technology/Real
Estate. Ihre Klientenliste beinhaltet u.a. spezialisierte
Beratungshäuser (Einkauf/ SCM/ Health Care) sowie internationale
Technologie-Unternehmen.
Vor ihrem Eintritt bei Heidrick &
Struggles Anfang 2001 war Sabine Hansen mehr als sechs Jahre als
Marketingleiterin im europäischen Management-Team bei Novell für die
Einführung globaler Marketingprogramme in Europa verantwortlich. Als
direkte Ansprechpartnerin für den damaligen CEO und heutigen Chef von
Google, Dr. Eric Schmidt, baute sie die Partnerschaft mit dem World
Economic Forum auf. Ihre Karriere startete sie Anfang der 90er Jahre
bei Booz Allen & Hamilton als Recruiting-Koordinatorin für die
deutschsprachigen Länder.
Frau Hansen ist Diplom-Kauffrau und hat
den Abschluss als „Master of Business Administration" an der WHU
Koblenz und der Northwestern University, Kellogg Graduate School of
Management, Evanston, erworben. Seit Oktober 2005 ist Frau Hansen im
Vorstand der Ehemaligenvereinigung „In-Praxi e.V." www.in-praxi.org der
WHU für die EMBA Relations verantwortlich.